„Im nächstn Leben werd i a Krokodil“

Kabarettist Bobbe strapazierte mit seinem Programm „Facklfotz’n“ die Lachmuskeln der Besucher
   

„Dran kemman olle, egal ob Mo, Frau, dünn, dick, groß oda kloa. Owa wenn ma olles zam zählt, kemman d’Frauen und d’Preißn a bissl schlechter weg als d’Manna und d’Bayern, weil i bin hold a Bayer und a Mo!“ So kündigte sich der Kabarettist Bobbe, alias Robert Ehlis aus Alteglofsheim, am Samstag im Saal des Gasthauses „Zum Aumeier“ in Schierling schelmisch grinsend selber an. Und er hielt sein Versprechen. Unterstützung bekam „da Bobbe“ von seiner Steirischen Harmonika und vom „Brandlhuber Muk“, dem Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Facklberg.

„Da Bobbe“ auf seinem bayrischen Thron.
   

Der Brandlhuber Muk kommt mit Blaulicht und Sirene und berichtet von einem Brandeinsatz nach dem Feuerwehrball.
   

Viele der Besucher kannten ihn schon, andere wollten vielleicht sehen, ob er wirklich so ein Schweinderl-Gsicht hat. Alle wurden belohnt mit einem Abend voller kabarettistischem Hochgenuss. Nicht mal vor sich selber machte Bobbe Halt und erzählte ausführlich von der Herkunft seiner „Facklnos’n“ und von traumatischen Kindheitserlebnissen mit anderen Kindern, seinem Vater oder dem Nikolaus. Der „Blunzen Presssack“, dessen kuriose Entstehung im tiefsten bayrischen Wald er selbst miterlebte, sorgte während des ganzen Programms immer wieder für Lacher. Lachen war an diesem Abend überhaupt die wichtigste, aber nicht die einzige Tätigkeit des Publikums. Die Damen mussten beim Lied „Etz geht’s um d’Wurscht“ immer wieder „Ja, i kimm glei“ keifen. Und bei der letzten Zugabe bekamen fünf Zuschauer je ein Wort, das sie auf Anweisung immer rufen mussten, während Bobbe vom Anbandln im Englischen Garten erzählte.

   

Wegen dem Vorabend des 1. Mai (Maibaumaufstellen) war der Saal nicht ganz voll. Aber wer da war, war begeistert.
   

„Da Bobbe“ begann seine kabarettistische Laufbahn mit Gstanzln und Liedtexten, die speziell auf bestimmte Veranstaltungen abgestimmt waren. Im März 2015 feierte er dann mit seinem ersten Kabarett-Programm Premiere und konnte damit im selben Jahr gleich zwei wichtige Kabarettpreise gewinnen. Er ist Publikumspreisträger des Oberpfälzer Kabarettpreises 2015 und er gewann den Ostbayerischen Kabarettpreis 2015. Großen Anteil daran hatte der „Brandlhuber Muk“, seines Zeichens 1. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Facklberg, in dessen Rolle Robert Ehlis auch in Schierling zwei Mal schlüpfte. Der Muk erzählte Anekdoten seiner Dorffeuerwehr und warum man nicht während des Feuerwehrballs die Wehrmänner rufen sollte.

Fast schon bedauernswert, wie schlimm die Kindheit von Bobbe war.
   

Kommandant Muk Brandlhuber erzählt Anekdoten seiner Dorffeuerwehr.
   

Das gesamte Programm bestand aus 14 lustigen Liedern und viel Unterhaltung dazwischen. Nach dem frauenfeindlichen Lied „Ohne Hirn bist wia a Wei“ entschuldigte sich Bobbe gleich mit einem Liebeslied bei den Frauen. Darin hieß es unter anderem: „Du bist mei Fettaugn in da Hennasuppn“ oder „Du bist wia af an Fest as Dixi-Klo, wenn’s pressiert, bist du für mi do!“ Die Themen gingen ihm nicht aus. Vom ersten Rausch über’s Fischen, Hochzeitsvorbereitungen, einen Wiesenbesuch, eine Leistenzerrung, einen langweiligen Einkaufsbummel oder die Nöte eines Tausendhaxlers bis zur eigenen Blödheit und der Blödheit anderer ließ er nichts unkommentiert, egal ob gesungen oder gesprochen und immer mit passender Mimik und Gestik.

   

Erklärung der Formel zur Berechnung der Gemütlichkeit eines Biergartens.
   

Sogar mathematisch bildete er sein Publikum weiter, indem er auf einem Plakatständer die Formel ausrechnete, wann es in einem Biergarten gemütlich ist. Gedanken hat sich Bobbe auch schon über sein nächstes Leben gemacht. Erst wollte er ein Vogel werden, der aber keine Leberkäs-Semmel halten kann. Dann dachte er an eine Giraffe, weil die einen Schweinsbraten oder eine Maß Bier beim Schlucken minutenlang genießen kann, aber: „A langa Hois is hoid bleed, wenn bei am Rausch ois wieda retour kimmt! Dann werd i liaba a Krokodil, weil des is sehr männlich. Des hod a große Klappn, a Lederjackn und an laaanga Schwanz!“

   

Bobbe mag Dirndln und auch die Derndln in den Dirndln.
   

Kurz vor Schluss analysierte der Kabarettist noch die verschiedenen Lachtypen im Publikum. Er hörte Lanz-Bulldog-Lacher, Schnellschussgewehr-Lacher, Keuchhusten-Lacher, Rückwärts-Lacher und Gummisau-Lacher heraus. Diese Feststellung brachte ihn zu dem Lied „Da lache wia a Gummisau“, bei dem zwei Zuschauer Gummi-Schweinderl zum Quieken bekamen. In einer der Zugaben ging es um Dirndln. „Da konn a Frau flach sei wia da Chiemsee“, sagte „da Bobbe“, „im Dirndl hod jede zwoa Zugspitzn, dass‘ da an Watzmann afstellt!“ Nach seiner Kabarett-Show gab Robert Ehlis noch bereitwillig Autogramme, ließ sich mit Fans fotografieren und signierte seine CDs und sonstige Fanartikel.

   



   

   

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